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Erfahrungen mit den Änderungen in der StVO

Vieles hat sich seit dem 28.04.2020 für den Radverkehr zum Guten verändert, Scheuer sei Dank! – Was? Ihr habt nichts bemerkt? Kann doch nicht sein! Schaut doch noch mal in die Liste der Änderungen; sie steht seit dem 11.05. auf unserer Homepage. Also die Liste. Mit der Theorie. Und nun noch einmal meine Frage nach der Praxis: Klappt es mit dem Mindestabstand von 1,50m beim Überholen? Werden die Radwege nicht mehr als Parkstreifen genutzt, ebenso wie die Schutzstreifen? Achten PKW- wie LKW-Fahrer beim Abbiegen auf den Radverkehr? Und Hand aufs Radlerherz: Missbrauchst du selbst keinen Gehweg mehr und fährst immer in die „richtige“ Richtung?

Es wäre doch spannend zu erfahren, wie es läuft in unserer Stadt, wo das Ordnungsamt ja nicht ständig und überall sein kann. Deshalb brauchen wir deine, eure Erfahrungen. Schaut doch bitte mal genau hin in eurem Wohnbereich, auf den Wegen, die ihr täglich benutzt und beschreibt hier, was ihr seht und wie es euch selbst ergeht.

Dokumentieren wir gemeinsam, wo es Brennpunkte gibt. Und auch herzlich gerne, wo es richtig gut läuft! Für ein fahrradfreundliches Leverkusen.

Aufhebung der Benutzungspflicht von vorhandenen Radwegen auf Hauptverkehrsstraßen: Fluch oder Segen?

In Leverkusen wird seit Jahren systematisch an Hauptverkehrsstraßen die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben:

Die vormals kombinierten Geh- und Radwege sind nun als reine Gehwege gekennzeichnet, die ausschließlich von Fußgängern benutzt werden dürfen. Das Zusatzschild erlaubt die Mitbenutzung der Gehwege durch Fahrräder. Dabei gelten strenge Regeln: Der Fahrradverkehr muss auf den Fußgängerverkehr Rücksicht nehmen und darf diesen weder gefährden noch behindern. Wenn nötig, muss der Fahrradverkehr warten. Der Fahrradverkehr darf nur mit Schrittgeschwindigkeit (4 - 7km/h) fahren.

Radfahrer haben also die Wahl: Sie können entweder auf dem Gehweg mit maximal 7 km/h dahinschleichen oder sie wagen sich auf die Straße und riskieren im Stau noch erheblich größere Zeitverluste. Von der Belastung durch Abgase und Feinstaub soll hier gar nicht die Rede sein. Dafür aber von fehlendem Sicherheitsabstand, von Drängeleien, von "Belehrungen" und von Beschimpfungen.

Wer es nicht glaubt, dem sei eine Radtour durch Schlebusch entlang der viel befahrenen B51, Mülheimer Straße - Bergische Landstraße - Oulustraße empfohlen!

Dort besteht bereits seit Jahren keine Radwegbenutzungspflicht mehr und bei Fahrbahnarbeiten wurden im letzten Jahr in den Ampelbereichen Warteflächen für Radfahrer auf die Fahrbahn gemalt. Leider sieht man diese selten, weil Autos darauf stehen, die bei Grün zuerst losfahren wollen. Konnte ein Radfahrer aber seine Pole-Position besetzen, gibt er nun das Tempo an. Denn mit der Novelle der StVO ist beim Überholen von Fahrrädern endlich ein definierter Seitenabstand von 1,5 m einzuhalten. Das bedeutet in der Praxis ein Überholverbot bei Gegenverkehr und folglich eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer auf 15 - 20 km/h.

Das führt bei vielen KFZ-Führern zu Verärgerung und Überschussreaktionen, siehe oben!

Und ehrlich, verstehen kann man das, auch als Radfahrer! Aber wo sollen wir denn fahren? Für den Gehweg zu schnell, für die Straße zu langsam. Haben Sie eine Idee? Sie darf gerne auch praxistauglich sein!