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Aufhebung der Benutzungspflicht von vorhandenen Radwegen auf Hauptverkehrsstraßen: Fluch oder Segen?

In Leverkusen wird seit Jahren systematisch an Hauptverkehrsstraßen die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben:

Die vormals kombinierten Geh- und Radwege sind nun als reine Gehwege gekennzeichnet, die ausschließlich von Fußgängern benutzt werden dürfen. Das Zusatzschild erlaubt die Mitbenutzung der Gehwege durch Fahrräder. Dabei gelten strenge Regeln: Der Fahrradverkehr muss auf den Fußgängerverkehr Rücksicht nehmen und darf diesen weder gefährden noch behindern. Wenn nötig, muss der Fahrradverkehr warten. Der Fahrradverkehr darf nur mit Schrittgeschwindigkeit (4 - 7km/h) fahren.

Radfahrer haben also die Wahl: Sie können entweder auf dem Gehweg mit maximal 7 km/h dahinschleichen oder sie wagen sich auf die Straße und riskieren im Stau noch erheblich größere Zeitverluste. Von der Belastung durch Abgase und Feinstaub soll hier gar nicht die Rede sein. Dafür aber von fehlendem Sicherheitsabstand, von Drängeleien, von "Belehrungen" und von Beschimpfungen.

Wer es nicht glaubt, dem sei eine Radtour durch Schlebusch entlang der viel befahrenen B51, Mülheimer Straße - Bergische Landstraße - Oulustraße empfohlen!

Dort besteht bereits seit Jahren keine Radwegbenutzungspflicht mehr und bei Fahrbahnarbeiten wurden im letzten Jahr in den Ampelbereichen Warteflächen für Radfahrer auf die Fahrbahn gemalt. Leider sieht man diese selten, weil Autos darauf stehen, die bei Grün zuerst losfahren wollen. Konnte ein Radfahrer aber seine Pole-Position besetzen, gibt er nun das Tempo an. Denn mit der Novelle der StVO ist beim Überholen von Fahrrädern endlich ein definierter Seitenabstand von 1,5 m einzuhalten. Das bedeutet in der Praxis ein Überholverbot bei Gegenverkehr und folglich eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer auf 15 - 20 km/h.

Das führt bei vielen KFZ-Führern zu Verärgerung und Überschussreaktionen, siehe oben!

Und ehrlich, verstehen kann man das, auch als Radfahrer! Aber wo sollen wir denn fahren? Für den Gehweg zu schnell, für die Straße zu langsam. Haben Sie eine Idee? Sie darf gerne auch praxistauglich sein!

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Kommentare

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Tobias am :

Ich finds gut, dass es in der Mühlheimer Straße Piktogramme gibt. Schlimmer sehe ich die Bismarckstraße, wo man immer auf den angeblichen Radweg hingewiesen wird.
Übrigens ist euer Bild falsch, es müsste heißen Geh- und Radweg oder Garnichts, denn die Schilder wurden meist nicht ersetzt, sondern nur entfernt. Dadurch herrscht auch unter den Radfahrern Unklarheit.

Klaus am :

Entsprechend der StVO ist das Zeichen "Gehweg" nur dann erforderlich, wenn der Gehweg nicht als solcher erkennbar ist, z.B. außerhalb von Ortschaften. Damit handelt es sich bei allen nicht gekennzeichneten Wegen entlang von Straße automatisch um Gehwege.
Die weißen Piktogramme auf den Gehwegen sind nicht in der StVO definiert und damit bedeutungslos.

Tobias am :

Nicht ganz, Klaus! Wenn der Radweg baulich erkennbar ist, aber kein blaues Schild hat, ist es ein Radweg ohne Benutzungspflicht. Das bedeutet, dass die Radfahrer den Gehweg benutzen dürfen, aber auf Fußgänger Rücksicht nehmen müssen.
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-guetersloh/service/radwege-info.html

Magdalena am :

Was ich möchte, ist ausreichender und sicherer Platz zum Rad fahren. Jetzt hier über Beschilderungen abzulenken, das ist reif für die Politik. Schade.

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