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ADFC kritisiert geplante Rücknahme von Raser-Bußgeldern

 

Pressemitteilung

Verkehrssicherheit

ADFC kritisiert geplante Rücknahme von Raser-Bußgeldern

Berlin, 15. Mai 2020

019/20

Wie gestern bekannt wurde, plant Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die erst kürzlich in Kraft getretenen höheren Bußgelder für Auto-Raser wieder zurückzunehmen. Der ADFC hält das für unverantwortlich und appelliert an die Bundesländer, diesen Plänen eine Absage zu erteilen.

ADFC-Bundesvorsitzender Ulrich Syberg sagt: „Minister Scheuer ist angetreten, den Verkehr sicherer für Radfahrerinnen und Radfahrer und Menschen zu Fuß zu machen. Das ist mit der kürzlich in Kraft getretenen Novelle der Straßenverkehrsordnung zum Teil gelungen. Abschreckende Bußgelder für drastische Geschwindigkeitsüberschreitungen - inklusive der Androhung eines Fahrverbots – sind essenziell, um die Menschen in den Städten und Wohngebieten vor Auto-Rasern zu schützen. Sich durch AfD und FDP zu einer Rückwärtsrolle drängen zu lassen und die Sanktionen zurückzunehmen, wäre ein fataler politischer Irrtum. Die Bundesländer müssen jetzt dringend auf dem Kurs der ‚Vision Zero‘ bleiben und einen Rückfall in eine überkommene PS-Politik verhindern!“     

58 km/h in der Tempo-30-Zone? Unverantwortlich!

Nach Auffassung des ADFC und der meisten Bundesländer ist die Androhung eines Fahrverbots das wirkungsvollste Mittel gegen Raser. Der Bundesrat hatte diese Möglichkeit erst im Februar geschaffen. Wenn diese scharfe Sanktionsmöglichkeit kippt, könnte ein Autofahrender in einer Tempo 30-Zone wieder mit bis zu 58 km/h fahren, ohne dass ihm oder ihr ein einmonatiges Fahrverbot droht. Syberg: „Es muss endlich Schluss damit sein, dass der Staat die Verfehlungen von Autofahrenden milde lächelnd durchwinkt – und damit Leben und Gesundheit ungeschützter Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzt! Geschwindigkeitsbegrenzungen sind völlig wirkungslos, wenn die Überschreitung nicht hart sanktioniert wird!“

Hinweis für Redaktionen: Themenfotos Radverkehr sowie diese und ältere Pressemitteilungen finden Sie in unserem Pressebereich.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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Hashtags: #VisionZero, #GuteStraßenFürAlle

 

Kontakt

Stephanie Krone
Pressesprecherin
ADFC-Bundesverband
Mohrenstraße 69, 10117 Berlin
Telefon: 030-209 14 98-65
Telefax: 030-209 14 98-55
E-Mail: presse@adfc.de
Twitter: @FrauKrone

Internet: www.adfc.de

Aufhebung der Benutzungspflicht von vorhandenen Radwegen auf Hauptverkehrsstraßen: Fluch oder Segen?

In Leverkusen wird seit Jahren systematisch an Hauptverkehrsstraßen die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben:

Die vormals kombinierten Geh- und Radwege sind nun als reine Gehwege gekennzeichnet, die ausschließlich von Fußgängern benutzt werden dürfen. Das Zusatzschild erlaubt die Mitbenutzung der Gehwege durch Fahrräder. Dabei gelten strenge Regeln: Der Fahrradverkehr muss auf den Fußgängerverkehr Rücksicht nehmen und darf diesen weder gefährden noch behindern. Wenn nötig, muss der Fahrradverkehr warten. Der Fahrradverkehr darf nur mit Schrittgeschwindigkeit (4 - 7km/h) fahren.

Radfahrer haben also die Wahl: Sie können entweder auf dem Gehweg mit maximal 7 km/h dahinschleichen oder sie wagen sich auf die Straße und riskieren im Stau noch erheblich größere Zeitverluste. Von der Belastung durch Abgase und Feinstaub soll hier gar nicht die Rede sein. Dafür aber von fehlendem Sicherheitsabstand, von Drängeleien, von "Belehrungen" und von Beschimpfungen.

Wer es nicht glaubt, dem sei eine Radtour durch Schlebusch entlang der viel befahrenen B51, Mülheimer Straße - Bergische Landstraße - Oulustraße empfohlen!

Dort besteht bereits seit Jahren keine Radwegbenutzungspflicht mehr und bei Fahrbahnarbeiten wurden im letzten Jahr in den Ampelbereichen Warteflächen für Radfahrer auf die Fahrbahn gemalt. Leider sieht man diese selten, weil Autos darauf stehen, die bei Grün zuerst losfahren wollen. Konnte ein Radfahrer aber seine Pole-Position besetzen, gibt er nun das Tempo an. Denn mit der Novelle der StVO ist beim Überholen von Fahrrädern endlich ein definierter Seitenabstand von 1,5 m einzuhalten. Das bedeutet in der Praxis ein Überholverbot bei Gegenverkehr und folglich eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer auf 15 - 20 km/h.

Das führt bei vielen KFZ-Führern zu Verärgerung und Überschussreaktionen, siehe oben!

Und ehrlich, verstehen kann man das, auch als Radfahrer! Aber wo sollen wir denn fahren? Für den Gehweg zu schnell, für die Straße zu langsam. Haben Sie eine Idee? Sie darf gerne auch praxistauglich sein!